Ich hatte das Glück auf dem Land mit weitsichtigen und fleißigen Eltern, drei gescheiten und fröhlichen Geschwistern, mitten in der Natur, mit vielen Tieren und guten Freunden in der Nachbarschaft aufzuwachsen. Natürlich hat mich das Dorfleben in meiner Jugendzeit stark geprägt. Lesen und Schreiben habe ich in einer achtstufigen Dorfschule von einem Mädchen der 8. Klasse gelernt. Heute ist so was kaum noch vorstellbar. Erst im zweiten Jahr wurde daraus eine vierklassige Grundschule, bevor ich nach der 6. Klasse auf die kaufmännische Realschule wechselte,danach mein Abitur machte und das Studium begann.
Ich war schon früh engagiert, in der Kirche, im Sportverein und natürlich in der Kommunalpolitik. Geprägt vom Vorbild meines Vaters wurde ich bereits mit 21 Jahren zum 2. Bürgermeister meiner Heimatgemeinde gewählt und dies auf einer eigenen Liste der Jungen Union, mit der wir 40 % der Wählerinnen und Wähler gewinnen konnten. Dieser großartige Vertrauensbeweis in jungen Jahren war für mich eine große Herausforderung und Verpflichtung. Für unsere Region wurde ich danach in den Kreistag gewählt und nahm mein Studium an der katholischen Universität in Eichstätt auf.
In meinem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beschäftigte ich mich mit grundlegenden Fragen der Philosophie, der Wirtschafts- und Sozialordnung, der politischen Wissenschaften, der Pädagogik und Psychologie. Zunächst wollte ich Lehrer werden, erkannte aber schnell, dass meine Interessen breiter angelegt waren. Nach fast zehn Jahren Berufstätigkeit in München, zuletzt als persönlicher Mitarbeiter des damaligen bayerischen Wirtschaftsministers, bekam ich als Landesvorsitzender der Jungen Union die Chance zum Einzug ins Europäische Parlament. Die Internationalität der Politik in Brüssel und Straßburg hat mich begeistert. Als junger Mensch sollte man, so man die Chance hat, in frühen Jahren die Welt kennen lernen und erobern.
Mit der Wahl in den Deutschen Bundestag im Jahr 1994 stand für mich und meine Familie ein erneuter Umzug über München, Augsburg in das wunderschöne Kempten an. Vom Bauernbub ins Bundeskabinett, das ist in der Politik ein weiter Weg. Von außen betrachtet schauen die einzelnen Stationen so normal aus. Hinter diesem Weg verbirgt sich aber ein spannender und ereignisreicher Weg. Neben der großartigen Unterstützung meiner Familie und vieler Freunde in der Partei habe ich aber auch erfahren, dass Grundlage für Erfolg in der Politik und im Beruf eine umfassende und gute Ausbildung in der Jugendzeit ist, dass die Bereitschaft sich lebenslang weiterzubilden und Eigenverantwortung zu übernehmen der Schlüssel zum Erfolg ist.
Ich sehe mich heute stark in der Verpflichtung, der Gemeinschaft zurück zu geben, was ich an vielen Stellen erhalten habe. Mitmachen und Anpacken, Menschen begeistern und helfen, das Leben positiv angehen und für sozial schwache einstehen. Dies alles sollte unser Tun beflügeln.