24. Juni 2010
Afghanistan-Einsatz bleibt schwierig
Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr erweist sich als schwierige Mission. Dies zeigte sich auch auf einer Podiumsdiskussion der CSU bei der Staatssekretär Dr. Gerd Müller den Einsatz noch einmal be-gründete und auf die bereits erzielten Erfolge bei der Stabilisierung staatlicher Strukturen in Afghanistan hinwies. So sei es gelungen seit 2001 3500 neue Schulen für 6 Millionen Schulkinder zu schaffen und dabei auch Mädchen den Zugang zum Bildungssystem zu ermögli-chen. 85% der Bevölkerung hätten darüber hinaus Zugang zu medi-zinischer Versorgung. „Der Einsatz unsere Soldatinnen und Soldaten verdient höchste Anerkennung und eine stärkere Unterstützung auch der Öffentlichkeit“, so Müller.
Frau Susanne Klauser als Oberleutnant im Sanitätsdienst bereits mit Afghanistan-Erfahrung ausgestattet, forderte ebenfalls genau diese Unterstützung der Bevölkerung für den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten ein. „Man komme sich häufig alleingelassen vor, obwohl man als Parlamentsarmee im Dienst für Deutschland mit einem UN-Beschluss als Schutztruppe in Afghanistan viel erreicht habe“, so Klauser. Besonders eindringlich verwies sie auf Ausbildungs- und Ausrüstungsmängel der Truppe vor Ort und forderte die Politik auf, hier schnellstens Abhilfe zu schaffen.
Auch Herr Oberstleutnant a.D. Andreas Timmermann-Levanas ging auf die mangelnde Unterstützung und Ausrüstung der Bundeswehr vor Ort ein. Besonders gravierend sei die nicht ausreichende psycho-logische und ärztliche Betreuung der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz und in der Nachbetreuung. Viele Heimkehrer kämen mit den Belastungen nicht zurecht und benötigen dringend Hilfe. Oberstleut-nant Timmermann-Levanas hat dazu die Organisation Deutsche Kriegsopferfürsorge gegründet. In einer interessanten Diskussion wurde deutlich, dass der Afghanis-tan-Einsatz der Bundeswehr in der Bevölkerung umstritten ist und insbesondere die erzielten Erfolge kaum bekannt sind.