25.03.2011
Die Hospizbewegung stärken: Hospizverein Kempten Oberallgäu e.V. diskutiert mit Staatssekretär Dr. Müller und Fachleuten in Berlin
Während eines Treffens zwischen Mitgliedern des Hospizvereins Kempten Oberallgäu e.V., Staatssekretär Dr. Müller und Vertretern des Hospizgremiums des Deutschen Bundestages wurden Themen wie die Schmerztherapie von Schwerst- und Todkranken, die Betreuung von trauernden Angehörigen aber auch die ehrenamtliche Nachwuchsgewinnung und Koordination zwischen den verschiedenen Einrichtungen diskutiert.
Müller, der selbst Vorsitzender der Stiftung AllgäuHospiz ist, betonte die Bedeutung des Miteinanders zwischen den ambulanten und stationären Hospizen und den Palliativstationen in Krankenhäusern. „Konkurrenz zueinander würde den Erfolg schmälern, stattdessen müssten die unterschiedlichen Aufgaben als Gemeinschaft bewältigt werden“. Zudem fordert Müller einen Paradigmenwechsel von der „Frauenarbeit“ zur „Familienarbeit“. Schließlich wollen viele Familien ihre Angehörigen selbst pflegen, ohne dabei den Anschluss im Berufsleben zu verlieren. Daher befürwortet Müller die Familienpflegezeit, um sowohl Männern als auch Frauen die Heimpflege zu ermöglichen.
Obwohl die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland eine junge und noch wenig anerkannte Sparte des Gesundheitswesens darstellt, arbeiten bereits heute ca. 80.000 ehrenamtliche Engagierte in den rund 1.500 ambulanten Hospizdiensten.