30.03.2011
Energiewende muss jetzt vor Ort angepackt werden
„Wer es ernst meint mit der Energiewende, muss bei sich selber und vor Ort in den Kommunen jetzt damit beginnen“, so Staatssekretär Gerd Müller beim Grünen Tisch vor Verantwortlichen der Allgäuer Land- und Ernährungswirtschaft.
„Wir können jeder bei sich im privaten Haushalt das Ziel einer 30-prozentigen Verbrauchsreduzierung innerhalb von 2 Jahren realisieren. Die Kommunen und Landkreise sind darüber hinaus jetzt gefordert in kommunalen und regionalen Energiekonzepten ihre Ziele zur Energieeinsparung und zum Ausbau der örtlichen Potentiale erneuerbarer Energien festzulegen. Wir können im Land oder im Bund den Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien nur erreichen, wenn wir dafür lokale Konzepte und lokale Akzeptanz haben“, so Staatssekretär Gerd Müller. Der derzeitige Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland an der Primärenergie liege bei 10 % und an der Stromerzeugung bei 17%.
„Unser Ziel ist es bis 2020 eine Verdopplung dieser Anteile zu erreichen. Die größte Bedeutung kommt dabei der verstärkten Nutzung der Biomasse zu. Biomasse als Energieträger für Strom und Wärme aus Gülle, Abfall, Holz und Energiepflanzen kann umweltverträglich in kurzer Zeit verdoppelt werden. Die Landwirtschaft kann dabei einen wesentlichen Beitrag leisten.“ Gerd Müller kündigte beim Grünen Tisch an, mit der bevorstehenden Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) neue Anreize zu schaffen und insbesondere für Regionen wie das Allgäu mit hohem Viehbestand in dezentrale Biogasanlagen zur Verwertung von Gülle zu investieren. „Wir werden den Güllebonus für Kleinanlagen erhöhen und ebenso Neuanreize für die Verwertung von Biomasse setzen.“ Darüber hinaus gelte es in jeder Region Deutschlands, auch im Allgäu, die möglichen zusätzlichen Potenziale der Nutzung von Wasserkraft und Windkraft neu zu bewerten.